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Montag, 08. Oktober 2018 07:11 Alter: 69 Tage

Endlich ist es soweit: Kindergartenpädagog_innen werden auch in Österreich Akademiker_innen!

 

Das neue akademische Studienangebot für Kindergartenpädagog_innen an der Pädagogischen Hochschule Salzburg Stefan Zweig sorgt für eine große Aufwertung eines ganzen Berufsstandes.

Foto v.l.n.r.: Landesrätin Andrea Klambauer, Rektorin Elfriede Windischbauer, VRin Pia Pröglhöf, ILin Silvia Giger, Günter Minimayr/KPH Edith Stein, Studiengangsleiterin Judith Kainhofer und Lucia Eder vom Zentrum für Kindergartenpädagogik/Land Salzburg, Fotos Arnold Wallner/PH Salzburg Stefan Zweig

Das neue Studium, das von der Pädagogischen Hochschule Salzburg Stefan Zweig in Kooperation mit der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule Edith Stein angeboten wird, dauert sechs Semester und umfasst 180 ECTS (1 ECTS entspricht 25 Arbeitsstunden). Es wird berufsbegleitend absolviert und schließt mit dem akademischen Grad Bachelor of Education (B.Ed) ab. Voraussetzung ist eine Berufsberechtigung als Kindergartenpädagog_in, entweder durch den Abschluss einer fünfjährigen Ausbildung an einer BAfEP (Bildungsanstalt für Elementarpädagogik) oder durch ein dreijähriges Kolleg an einer BAfEP.

Die Lehrveranstaltungen werden geblockt an acht Freitag/Samstag-Terminen sowie einer Studienwoche pro Semester stattfinden.

Rektorin Elfriede Windischbauer freut sich sehr über den gelungenen Start eines akademischen Angebotes für Kindergartenpädagog_innen:

„In den meisten europäischen Ländern werden zumindest die Leiter_innen von Kindergärten akademisch ausgebildet. Mit diesem Bachelorstudium für schon im Dienst stehende Kindergartenpädagoginnen und -pädagogen wird in Österreich ein erster Schritt in diese Richtung gesetzt.“ Erfreut ist Rektorin Windischbauer auch über das große Interesse am Besuch dieses Studiums.

Die insgesamt 28 Studienanfänger_innen kommen aus allen Salzburger Gauen, aus Oberösterreich und Tirol.

Eine von ihnen ist die 35-jährige Bürmooserin Sarah Seidl, die im Kindergarten Lamprechtshausen arbeitet und den Start einer akademischen Ausbildung richtiggehend herbeigesehnt hat:

„Ich warte schon seit Jahren darauf, dass unser Beruf endlich aufgewertet wird. Ich freue mich sehr, dass ich in den Genuss komme, dieses Studium machen zu können. Die Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Studium ist für mich kein Problem, da die Blöcke gut geplant und gekoppelt sind und ich von meiner Familie volle Unterstützung erfahre.“

Der einzige Mann ist Nico Etschberger, der ausgebildeter Tontechniker ist und lange in einer Werbeagentur gearbeitet hat:

„Nachdem ich mir einmal die Sinnfrage gestellt habe, was mir in meinem Leben wirklich wichtig ist, habe ich mich dazu entschieden, unbedingt mit Kindern arbeiten zu wollen. Mit ihnen sinnvoll die Zeit zu verbringen, die Welt mit ihren Augen (wieder) zu entdecken, ist für mich wunderbar.“

Nach diesem Entschluss hat der 33-Jährige das dreijährige Kolleg der BAfEP (Bundesanstalt für Elementarpädagogik) absolviert und freut sich, dass nun auch in Österreich – als einem der letzten Länder in der EU – das Studium für Elementarpädagogik als Weiterqualifizierungsmöglichkeit angeboten wird.

Zum Studium selbst: Es verfolgt eine breite-reflektorische Vertiefung der Grundausbildung in den bildungswissenschaftlichen Grundlagen und deren Bezugswissenschaften (z.B. Entwicklungspsychologie, Linguistik etc.) sowie den elementarpädagogischen Bildungsbereichen. Die inhaltlichen Schwerpunkte liegen auf Diversität in ihren unterschiedlichen Erscheinungsformen (Diversity Education) und Führungs- und Leitungskompetenz (Leadership) sowie auf der Entwicklung einer professionellen elementarpädagogischen Handlungskompetenz.

Für Studiengangsleiterin  Dr. Judith Kainhofer, die auch das Kompetenzzentrums für Elementarpädagogik an der PH Salzburg Stefan Zweig leitet, ist das Ziel dieses Studiums, „Pädagog_innen bestmöglich dahin zu qualifizieren, den immensen Herausforderungen, die unsere Gesellschaft und die Arbeit im elementarpädagogischen Feld bereithält, fundiert und reflektorisch auf Basis neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse aus den Teildisziplinen der Grundlagenwissenschaften zu begegnen.“

Im Zentrum steht die professions- und wissenschaftsorientierte Ausbildung der Kompetenzen, die im Berufsfeld nötig sind. „Eine zentrale Rolle spielt dabei die Vertiefung der Reflexions- und Diskursfähigkeit der Pädagoginnen und Pädagogen. Professionelles pädagogisches Handeln umfasst auch, das eigene Handeln im Licht wissenschaftlicher Erkenntnis zu reflektieren und begründen zu können“, so die Studiengangsleiterin.

Durch die berufsbegleitende Umsetzung des Studiums ist eine intensive Verzahnung von Theorie und Praxis gewährleistet. Der Erprobung der Fachinhalte im Rahmen der eigenen Berufstätigkeit bzw. in Praxisphasen und der anschließenden begleitenden Reflexion kommt im Rahmen des Studiums ein großer Stellenwert zu. So ist neben der fachlichen Weiterqualifizierung der Pädagoginnen und Pädagogen die unmittelbare Rückbindung an die Praxis gewährleistet.

Das Bachelorstudium Elementarpädagogik startet übrigens österreichweit in sieben Bundesländern (nicht in Tirol und Vorarlberg).

Foto  Der Auftakt am 5. Oktober zum neuen dreijährigen Bachelorstudium Elementarpädagogik, das die Studierenden berufsbegleitend an der PH Salzburg Stefan Zweig absolvieren,