Tagung | Krankheit und Schule - 16.04.2027

DIAGNOSE IM RUCKSACK – 16.04.2027
Übergänge bei Erkrankungen pädagogisch wirksam gestalten
Eine Erkrankung stellt Kinder und Jugendliche, Familien und Schulen vor besondere Herausforderungen – insbesondere an Übergängen. Wie können Bildungswege trotz gesundheitlicher Belastungen erfolgreich begleitet werden? Welche Formen der Kooperation und pädagogischen Unterstützung tragen dazu bei, Teilhabe und Lernen zu sichern?
Die Tagung „Diagnose im Rucksack“ verbindet Wissenschaft und Praxis und zeigt Wege auf, wie Übergänge bei Erkrankungen professionell gestaltet werden können. Im Mittelpunkt stehen innovative Konzepte, aktuelle Erkenntnisse und der Austausch darüber, wie Schule, Familie und weitere Unterstützungssysteme gemeinsam wirksam handeln können.
Anmeldung
Nutzen Sie für die Anmeldung an der Tagung bitte folgende Links:
Link zur Anmeldung für Lehrpersonen
Link zur Anmeldung für externe Personen
Link zur Anmeldung für Studierende (Halbtag) | Anmeldung erst ab 17.2.2027
Link zur Anmeldung für Studierende (Ganztags) | Anmeldung erst ab 17.2.2027
16.04.2027
- 08:45 – 09:00 Begrüßung, Buchpräsentation
- 09:00 – 10:00 Keynote 1: Thomas Senkbeil
Zwischen Vulnerabilität und Teilhabe: Pädagogische Herausforderungen in der Begleitung erkrankter Kinder und Jugendlicher - 10:00 – 11:00 Keynote 2: Franziska Kinskofer
Vielfalt im Kopf – Kinderrechte als Kompass für neurodiversitätssensible Bildungsübergänge - 11:00 – 11:30 Pause
- 11:30 – 12:45 Workshop 1
- 12:45 – 13:30 Mittagspause
- 13:30 – 14:45 Workshop 2
- 14:45 – 15:00 Pause
- 15:00 – 16:15 Workshop 3
- 16:15 – 16:30 Pause
- 16:30 – 17:30 Keynote 3: Dorothea Hobeck
Möglichkeitsräume der Inklusion für Bildung im Hier und Jetzt – Übergänge für unheilbar erkrankte Schüler*innen pädagogisch wirksam gestalten. - 17:30 – 17:45 Gemeinsamer Abschluss
- ab 18:00 Dinner and Talk Together
Keynotes
Zwischen Vulnerabilität und Teilhabe: Pädagogische Herausforderungen in der Begleitung erkrankter Kinder und Jugendlicher
Thomas Senkbeil
Im Spannungsfeld zwischen therapeutischem Denken und pädagogischem Handeln gewinnt der pädagogische Takt als zentrale professionelle Handlungskompetenz in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen mit psychischen und/oder körperlichen Erkrankungen zunehmend an Bedeutung. Die Keynote zeigt auf, wie sich die Verschränkung von Theorie und Praxis darin konkretisiert, dass pädagogische Fachkräfte wissenschaftliche Erkenntnisse, therapeutische Perspektiven und praktische Handlungserfahrungen reflektiert miteinander verknüpfen. In dieser Relationierung ermöglicht der pädagogische Takt eine feinfühlige, situationsangemessene Beziehungsgestaltung sowie die individuelle Begleitung von Bildungs-, Entwicklungs- und Bewältigungsprozessen. Damit bildet er eine wesentliche Grundlage für Stabilisierung, die Förderung von Selbstwirksamkeit und die soziale Teilhabe der betroffenen Kinder und Jugendlichen.
Dr. Thomas Senkbeil ist Senior Lecturer am Institut für Lernen unter erschwerten Bedingungen (ILEB) an der Hochschule für Heilpädagogik (HfH) in Zürich. Durch seine langjährige Tätigkeit als Sozialpädagoge und Co-Therapeut in der Dialektisch-Behavioralen Therapie verbindet er wissenschaftliche Forschung mit praktischer Expertise. Seine aktuellen Forschungsschwerpunkte umfassen erkenntnistheoretische und ethische Fragestellungen im Kontext von Inklusion, philosophische Aspekte der Heil- und Sonderpädagogik, Forschung zu Inklusions- und Exklusionsprozessen sowie soziologische, pädagogische und ethische Perspektiven auf Vulnerabilität und pädagogischen Takt.
Vielfalt im Kopf – Kinderrechte als Kompass für neurodiversitätssensible Bildungsübergänge
Franziska Kinskofer

© Bild Kaymüller
Jedes Kind lernt, denkt und entwickelt sich auf seine eigene Weise. Gerade in Bildungsübergängen entscheidet sich, ob diese Vielfalt sich als Stärke entfalten kann oder zur Hürde wird. Der Vortrag verbindet psychologische und neurowissenschaftliche Erkenntnisse mit einer kinderrechtlichen Perspektive und zeigt auf, wie neurodiversitätssensible Bildungsräume geschaffen werden können, die Teilhabe, Selbstbestimmung und Chancengerechtigkeit fördern.
Franziska Kinskofer ist Psychologin und Wissenschaftlerin an der Universität Salzburg. Ihre Arbeit verbindet Neurowissenschaften, Sozial- und Bildungspsychologie mit strukturellen Perspektiven. Sie erforscht und engagiert sich für menschenrechtsorientierte, inklusive Strukturen in Bildung, Arbeit und freiwilligem Engagement.
Möglichkeitsräume der Inklusion für Bildung im Hier und Jetzt – Übergänge für unheilbar erkrankte Schülerinnen und Schüler pädagogisch wirksam gestalten
Dorothea Hobeck
Für unheilbar kranke Schülerinnen und Schüler sind Übergänge ein permanenter Anteil ihres täglichen Lebens. Sie befinden sich an wechselnden Orten der Betreuung mit unterschiedlichen Akteur:innen zu variablen Zeiten und benötigen im Rahmen von Schule für diese Übergänge sensible und bedürfnisgerechte Angebote, um Bildungs- und Teilhabemöglichkeiten im Hier und Jetzt zu erhalten. Bildungsangebote sind weniger auf spätere Verwertbarkeit ausgerichtet, vielmehr sollen sie die Lebensqualität erhöhen, Selbstbestimmung und soziale Teilhabe ermöglichen. Übergänge im Sinne einer ressourcenorientierten Begleitung können Sicherheit schaffen und individuell angepasste Möglichkeitsräume eröffnen.
Dr. Dorothea Hobeck war 21 Jahre als Lehrerin, Beratungslehrerin und Diplompädagogin an einem Förderzentrum in Erlangen tätig, bevor sie an die Schule für Kranke in Erlangen wechselte. Sie ist Lehrbeauftragte an verschiedenen Universitäten in Bayern für den Bereich: Bildungsgerechtigkeit für unheilbar kranke Schülerinnen und Schüler. Seit 2008 leitet sie den von ihr gegründeten Verein: „Tigerauge“ Initiative Kinderhospiz Nordbayern e.V.
Workshops
Die Anmeldung zu den Workshops erfolgt im Rahmen der Tagung vor Ort.
Es fallen keine Anmeldegebühren an.
Bildungsgerechtigkeit im Hier und Jetzt – Unheilbar kranke Schülerinnen und Schüler mit Schule bis zuletzt begleiten
Dr. Dorothea Hobeck (WS NM)
Ergibt Bildung überhaupt noch Sinn, wenn die Lebenszeit nicht mehr für den Schulabschluss reicht? Aufgrund der Schulpflicht müssen lebensverkürzt erkrankte Schülerinnen und Schüler auch bei eingeschränkter Schulfähigkeit die Möglichkeit für Bildungsangebote im Rahmen von Schule haben. Wenngleich die meisten Schülerinnen und Schüler gerne weiterhin unterrichtet werden wollen, weil die Schule für sie eine Brücke zur Normalität und Teilhabe ist, sind lebensverkürzt erkrankte Schülerinnen und Schüler eine große Herausforderung für den normalen Schulbetrieb. Die Frage ist: Wieviel Bildung macht Sinn, wenn das Leben viel zu kurz ist?
Dr. Dorothea Hobeck war 21 Jahre als Lehrerin, Beratungslehrerin und Diplompädagogin an einem Förderzentrum in Erlangen tätig, bevor sie an die Schule für Kranke in Erlangen wechselte. Sie ist Lehrbeauftragte an verschiedenen Universitäten in Bayern für den Bereich: Bildungsgerechtigkeit für unheilbar kranke Schülerinnen und Schüler. Seit 2008 leitet sie den von ihr gegründeten Verein: „Tigerauge“ Initiative Kinderhospiz Nordbayern e.V.
Ankommen statt nur zurückkehren – Verstehbarkeit, Handhabbarkeit und Sinnhaftigkeit im Übergang stärken
Katja Höglinger
Wie können krankheitsbedingte Übergänge so gestaltet werden, dass Kinder und Jugendliche nicht nur in ihre Herkunfts- bzw. Stammschule zurückkehren, sondern dort auch wirklich ankommen? Dieser Frage widmen wir uns in diesem Workshop aus einer salutogenetischen Perspektive. Gemeinsam erarbeiten wir, wie Lehrpersonen die drei Dimensionen des Kohärenzerlebens – Verstehbarkeit, Handhabbarkeit und Bedeutsamkeit/Sinnhaftigkeit – gezielt im Übergangsprozess stärken können. Praxisnahe Impulse laden dazu ein, die Übergangsgestaltung gemeinsam zu reflektieren und weiterzuentwickeln.
Dr. Katja Höglinger war 5 Jahre wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Würzburg, ab Oktober 2026 ist sie als Dozentin an der Interkantonalen Hochschule für Heilpädagogik (HfH) in Zürich tätig. Sie lehrt und forscht zu Lernenden mit körperlich-motorischen Beeinträchtigungen und chronischen Erkrankungen. Im Rahmen Ihrer Dissertation entwickelte sie die Perspektive einer „Pädagogik im Kontinuum von Gesundheit und Krankheit“.
Gesundheit hat viele Gesichter – Intersektionale Perspektiven auf Vielfalt und Wohlbefinden in der Schule
Franziska Kinskofer

© Bild Kaymüller
Kinder und Jugendliche erleben Belastungen selten isoliert. Es wird anhand konkreter Fallbeispiele gezeigt, wie Flucht, psychische Gesundheit, Neurodivergenz und chronische Erkrankungen miteinander verwoben sein können. Im Mittelpunkt des interaktiven Workshops stehen ein ressourcenorientierter Blick sowie konkrete Strategien für eine kinderrechtsbasierte und gesundheitsförderliche Schulpraxis.
Franziska Kinskofer ist Psychologin und Wissenschaftlerin an der Universität Salzburg. Ihre Arbeit verbindet Neurowissenschaften, Sozial- und Bildungspsychologie mit strukturellen Perspektiven. Sie erforscht und engagiert sich für menschenrechtsorientierte, inklusive Strukturen in Bildung, Arbeit und freiwilligem Engagement.
Kinder psychisch erkrankter Eltern
Mag.a Barbara Aigner und Mag.a Maria Schlick

Vorstellen einer Methodenschatzkiste für den kreativen Umgang mit den Gefühlen von belastenden Kindern
Fallbeispiele
Erproben verschiedener psychologische Therapiemethoden
Erstellen einer kleinen Schatzkiste für den Einsatz im Schulalltag
Mag. Barbara Aigner
Klinische Psychologin und Gesundheitspsychologin seit 2007
Studium an der Paris Lodron Universtität Salzburg
Ausbildung zur Klinischen Psychologin und Gesundheitspsychologin im Klinikum Schwarzach/ Pongau
Abteilung Kinder &Jugendspital
Aktuell tätig beim Verein JOJO Pinzgau
Selbstständig tätig in der Praxis für Säuglinge, Kinder, Jugendliche Saalfelde
Mag. Maria Schlick
Klinische Psychologin und Gesundheitspsychologin seit 2010
Studium an der Paris Lodron Universität Salzburg
Ausbildung zur Klinischen Psychologin und Gesundheitspsychologin am Kepler Universitätsklinikum
Neuromed Campus Linz (vorm. LNK Wagner- Jauregg)
Aktuell tätig beim Verein JOJO
Die Angst lernt mit – erkrankte Kinder und Jugendliche an Übergängen und im Unterricht der Regelschule pädagogisch begleiten
Robert Langnickel
Wenn ein erkranktes Kind die Regelschule besucht, sitzt seine Angst mit im Unterricht, und auch Klasse und Lehrperson bleiben davon nicht unberührt. Der Workshop fragt, wie Unterricht dieser Angst begegnen kann, ohne sie zu übergehen oder wegzutrösten: indem er sie als Signal ernst nimmt, das verstanden werden will, und ihr durch verlässliche Beziehung, haltende Strukturen und eine gemeinsame Sprache für das Schwere einen Rahmen gibt. Weil Angst sich besonders an Übergängen zeigt – bei der Rückkehr aus Spital oder Heilstättenschule ebenso wie beim Wiedereinstieg nach langen Fehlzeiten –, erarbeiten wir an solchen Situationen aus dem Schulalltag konkrete Handlungsmöglichkeiten.
Dr. phil. Robert Langnickel, Dipl.-Psych. und Mag. phil., promovierte in der Sonderpädagogik im Feld der emotionalen und sozialen Entwicklung. An der Pädagogischen Hochschule Luzern lehrt er im Masterstudiengang Schulische Heilpädagogik und leitet das Forschungsprojekt „Übergänge gestalten – Brücken bauen zur schulischen Teilhabe für und mit erkrankten Schüler:innen“ (BRÜCKEN). Zuvor war er Klassenlehrer, pädagogischer und therapeutischer Leiter einer Sonderschule sowie in eigener psychoanalytischer Praxis tätig; er hat unter anderem zum pädagogischen Umgang mit Angst publiziert.
Auswirkungen des Lehrplanzusatzes Förderbereich Emotional-Soziale Entwicklung auf Schülerinnen und Schüler mit chronischen oder psychischen Beeinträchtigungen im schulischen Alltag
Gerhard Weiß
Der Lehrplanzusatz Förderbereich Emotional-Soziale Entwicklung (gültig seit Herbst 2025, BMB) hat Auswirkungen auf die tägliche Unterrichtsarbeit in allen Schulen. Ist damit der Umgang mit Schülerinnen und Schüler mit chronischen und psychischen Krankheiten leichter geworden. Gibt es „Rezepte“, ändert sich die Haltung? Ist es eine Aufgabe der Sonderpädagogik oder dringt das Thema zu den Regelschullehrer:innen durch? Es sollen erste Erkenntnisse und Erfahrungen (positiv wie negativ) zusammengefasst werden mit dem Ziel, die unterschiedlichen Interpretationen auf eine gemeinsame Basis zu stellen, damit alle in Österreich tätigen Pädagog:innen pragmatisch von den Inhalten des Lehrplanzusatzes profitieren.
Gerhard Weiss absolvierte nach der Matura eine Ausbildung an der Pädagogischen Akademie. Seine berufliche Laufbahn führte ihn zunächst an die Heilstättenschule Wien, wo er als Klassenlehrer auf einer heilpädagogischen Station und später als Reintegrationslehrer auf einer psychosomatischen Station tätig war. Danach unterrichtete er im Rahmen des Hausunterrichts. Aktuell ist er als Diversitätsmanager in der Bildungsdirektion Wien tätig, mit dem Schwerpunkt auf der Unterstützung von Schüler:innen mit chronischen und psychischen Erkrankungen.
Schulische Re-Integration bei Erkrankung: Transitionsprozesse theoretisch fundieren und praktisch gestalten
Stefanie Elbracht
Dieser Workshop verknüpft aktuelle Transitionstheorien und internationale Re-Integrationskonzepte mit dem praxisnahen Diskurs über schulische Übergänge im Krankheitsfall. Im Fokus steht die kriteriengeleitete Analyse von Erfolgsfaktoren und Barrieren, um gelingende Strukturen an der Schnittstelle zwischen Klinik- und Regelschulen zu identifizieren. Der Workshop bietet Raum für einen strukturierten Erfahrungstransfer, der empirische Evidenz mit Praxiswissen bündelt.
Stefanie Elbracht, M.Ed., absolvierte ihr Studium der sonderpädagogischen Förderung an der Universität zu Köln (UzK). Nach ihrer Tätigkeit als Lehrkraft an der Paul-Martini-Schule (Klinikschule) in Bonn ist sie seit 2021 in Forschung und Lehre an der UzK beschäftigt. Schwerpunkte ihrer Lehr- und Forschungstätigkeit liegen im Bereich der Didaktik im FSP Emotionale und soziale Entwicklung, Pädagogik bei Krankheit sowie psychischer Gesundheit von Schüler*innen.
Diabetes mellitus Typ 1 als Diagnose – Wie kann der Schulalltag erleichtert werden?
Elisabeth Binder
Der Workshop zeigt, wie Kinder und Jugendliche nach der Diagnose eines Diabetes mellitus Typ 1 altersgerecht im Schulalltag unterstützt werden können. Anhand praxisnaher Beispiele werden Fragen zu Notfällen, Sportunterricht, Ausflügen, Klassenfahrten sowie gemeinsamen Jausen und Feiern behandelt. Zudem werden verschiedene Therapieformen und typische Warnsignale vorgestellt, um die Sicherheit aller Beteiligten im Schulalltag zu stärken.
Elisabeth Binder studierte Humanmedizin an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck und an der Universität Oslo und war zunächst in der Allgemeinmedizin tätig. Ihre Ausbildung zur Fachärztin für Kinder- und Jugendheilkunde absolvierte sie an der Alpinen Kinderklinik Davos sowie an der Universitätsklinik Innsbruck. Dort arbeitet sie seit vielen Jahren als Fachärztin mit der Zusatzqualifikation Pädiatrische Diabetologie und Endokrinologie und betreut Kinder und Jugendliche mit Diabetes mellitus im interdisziplinären Team.
Wenn Krankheit den Schulalltag prägt – Familien verstehen, Kinder stärken
Claas Röhl
Wie sieht die Lebensrealität für Familien aus deren Kinder von einer seltenen und/oder chronischen Erkrankung betroffen sind? Welche Bedürfnisse haben Sie, und welche Rolle spielt die Schule für das Leben dieser Familien?
Claas Röhl ist Gründer und Obmann der Patientenorganisation NF Kinder und Vorstandsmitglied bei dem österreichischen Dachverband für seltene Erkrankungen Prorare Austria. Er ist selbst Vater einer Tochter mit Neurofibromatose Typ 1.
Epilepsie in der Schule: Wissen, Sicherheit und Handlungskompetenz für Pädagoginnen und Pädagogen
Elisabeth Pless
Wenn ein Kind an Epilepsie erkrankt, ergeben sich viele Fragen für die Familie und deren Umfeld.
Gibt es mögliche Risiken durch die Anfälle? Welche Auswirkungen hat die Erkrankung auf den (Schul)Alltag? Wie ist es mit Kognition, Sport und praktischen Unterricht, wie Kochen und Werken? Kann das betroffene Kind an Schulveranstaltungen und Ausflügen teilnehmen?
Was sollten Pädagog:innen über die Epilepsiediagnose und die medizinische Therapie wissen? Wie erkennt man epileptische Anfälle und wie wird man sicher im Umgang– Erste Hilfe? Welche Maßnahmen sind zu ergreifen? Wie können Mitschüler:innen helfen?
Natürlich sind auch psychosoziale Aspekte bei Epilepsie wichtig – wie verhindert man Mobbing? Welche Perspektiven für die Zukunft kann man geben – Berufsorientierung!?
Unterschiedliche Anfallsabläufe, -häufigkeiten und Syndrome machen die Einschätzung komplex. Der Workshop bietet fundiertes Wissen, beantwortet zentrale Fragen und stärkt Pädagog:innen darin, Kinder und Jugendliche mit Epilepsie sicher, kompetent und unterstützend im Schulalltag zu begleiten.
Geschäftsführerin des Instituts für Epilepsie, zertifizierte Epilepsiefachberaterin, MOSES-Trainerin;
Projektleiterin und Beraterin in zahlreichen Projekten (LEA, SuKY, EIZ etc.); Leitung des Expert:innenkreises „Leitlinie Epilepsie und Arbeit“ im Auftrag des SMS;
Mitglied der Österreichischen Gesellschaft für Epileptologie ÖGfE;
Autorin vieler Epilepsie-Infobroschüren, zahlreiche Beiträge in Fachzeitschrift und Illustrierten zum Thema Epilepsie, Mitautorin der Broschüre „Leben mit Epilepsie“ der ÖGfE
Kinder und Jugendliche mit Gewicht: Wie körperlich aktiv und fit sind Kinder und Jugendliche mit Adipositas?
Susanne Ring-Dimitriou
In Österreich ist rund jedes fünfte Schulkind von Übergewicht oder Adipositas betroffen. Doch was bedeutet das eigentlich für Bewegung und Fitness? Sind Kinder mit Adipositas tatsächlich weniger leistungsfähig oder halten sich manche Vorurteile hartnäckiger als die Fakten? In diesem Workshop nehmen wir Bewegungsverhalten und körperliche Fitness von Kindern mit Adipositas genauer unter die Lupe. Gemeinsam diskutieren wir aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse, prüfen verbreitete Annahmen und erarbeiten praktische Anregungen für den Unterricht.
Susanne Ring-Dimitriou ist Professorin für Sportwissenschaft mit dem Schwerpunkt Bewegung und Gesundheit an der Universität Salzburg.
Die ehemalige Sportschwimmerin erforscht die Wirkung von Bewegung auf die kardio-metabolische Gesundheit und entwickelt gemeinsam mit ihrem Team innovative Ansätze zur Prävention von Adipositas im Kindesalter. Derzeit arbeitet sie an einem mehrdimensionalen Score zur frühzeitigen Bewertung des Adipositasrisikos bei Kindern.
NADA-Ohrakupressur macht Schule
Dr. Erwin Ditsios
Die NADA-Ohrakupressur ist ein standardisiertes, sanftes Behandlungsverfahren, bei dem durch das Aufbringen von kleinen Magnetkugeln auf fünf spezifische Punkte des Ohres Stress, Unruhe, Suchtdruck und psychische Belastungen gelindert werden sollen. Die Anwendung bietet eine nicht-invasive Methode, die im schulischen Kontext daher besonders geeignet zu sein scheint, da Schüler:innen sowie Lehrpersonen mit steigenden psychosozialen Belastungen, Konzentrationsproblemen und Stress konfrontiert sind. Die NADA-Ohrakupressur kann ein ergänzendes Angebot zur Gesundheitsförderung an Schulen bieten. Besonders in herausfordernden Situationen, etwa bei Prüfungsstress, Konflikten oder erhöhter Anspannung, kann sie zur Stabilisierung beitragen. Zudem ist die Methode niederschwellig, leicht anwendbar und daher für den schulischen Rahmen besonders geeignet.
Dr. Erwin Ditsios verfügt über rund 25 Jahre Berufserfahrung in der pädagogischen Arbeit mit erkrankten Kindern und Jugendlichen, insbesondere im schulischen Umfeld. Er studierte in Österreich und Großbritannien Lehramt, Pädagogik und Pflegewissenschaften. Nach langjähriger Tätigkeit als Lehrer und Schulleiter der Heilstättenschule Graz ist er nun seit mehreren Jahren in der Schulischen Auszeitgruppe (AZG) der Bildungsregion Steiermark Ost tätig. Zusätzlich widmet er sich seit Jahren der NADA-Ohrakupressur sowie der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM).
Zwischen Rückzug und Rückkehr – Schulabsentismus professionell begegnen
Thomas Senkbeil & Pierre-Carl Link

Schulabsentismus hat vielfältige Ursachen und zeigt sich häufig im Spannungsfeld von Angst, Rückzug, psychischer Belastung und schulischer Abwesenheit. Der Workshop verbindet pädagogische und therapeutische Perspektiven und fragt danach, wie Warnsignale erkannt, Beziehungen tragfähig gestaltet und betroffene Kinder und Jugendliche angemessen begleitet werden können. Anhand praxisnaher Zugänge entwickeln die Teilnehmenden Handlungsmöglichkeiten, die pädagogische Verantwortung, individuelle Bedürfnisse und den pädagogischen Takt miteinander verbinden.
Dr. Thomas Senkbeil ist Sozialpädagoge und Erziehungswissenschaftler sowie Senior Lecturer am Institut für Lernen unter erschwerten Bedingungen der Hochschule für Heilpädagogik in Zürich. Seine Forschungs- und Arbeitsschwerpunkte liegen in den Bereichen Schulabsentismus, Pädagogik bei Krankheit, Professionalisierung, pädagogischer Takt und Inklusion. Langjährige Tätigkeit in der Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie als DBT-Co-Therapeut verbindet er mit Forschung zu professionellem pädagogischem Handeln.
Prof. Pierre-Carl Link, Pädagoge und Psychologe, Professor für Erziehung und Bildung im Feld sozio-emotionaler und psychomotorischer Entwicklung, Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik Zürich. Gastprofessor an der PH Salzburg, und an den Universitäten Rom III und Luxemburg. Ehemals praktische Tätigkeit in der Kinder-, Jugend- und Erwachsenenpsychiatrie, Jugendheim, Jugendstrafvollzug und Werkstatt für behinderte Menschen. Arbeitsschwerpunkte: Allgemeine Sonderpädagogik, schulische Sonderpädagogik bei herausforderndem Verhalten und Psychoanalytische Pädagogik.
Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen mit Epilepsie
Pawel Kulawiak
Die Diagnose Epilepsie sowie die ersten Symptome und epileptischen Anfälle führen häufig zu Verunsicherungen im familiären und pädagogischen Umfeld, etwa in Schule und Kindergarten. Die Erkrankung kann mit Ängsten, Unsicherheiten und Schamgefühlen verbunden sein. Der Workshop beleuchtet die psychosozialen Belastungen und Herausforderungen, die mit der Erkrankung einhergehen können, und thematisiert die besondere Rolle von Pädagog:innen: Wie können Kinder und Jugendliche mit Epilepsie im pädagogischen Alltag begleitet und unterstützt werden? Der Workshop bietet einen Überblick über zentrale medizinische Aspekte (Symptomatik und Erste-Hilfe) und bietet sogleich einen Einblick in die Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen mit Epilepsie und thematisiert pädagogische Handlungsmöglichkeiten.
Pawel Kulawiak ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität zu Köln (Zentrum für Lehrer*innenbildung und Graduiertenschule für Lehrer*innenbildung) und forscht unter anderem zum Thema Epilepsie in der Schule.
Kontakt
Die Tagung wird in Kooperation mit dem Projekt »Übergänge gestalten – Brücken bauen zur schulischen Teilhabe für und mit erkrankten Schüler:innen: Bildung ermöglichen; Rückkehr unterstützen; Übergänge gestalten; Chancen schaffen; Kooperation fördern; Erkrankte Schüler:innen begleiten; Netzwerke stärken (BRÜCKEN)«, Fördernummer 2025-1-CH01-IP-0067) durchgeführt. Dieses Projekt wird von Movetia finanziell unterstützt. www.movetia.ch