Leitbild

Aufgaben und inhaltliche Schwerpunkte

 

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Sexualpädagogik, als Teil einer Persönlichkeitsentwicklung mit allen kognitiven, emotionalen, sensorischen und körperlichen Aspekten, betrifft neben dem Einwirken des familiären Umfeldes  v.a. auch institutionelle Einrichtungen wie Kindergarten und Schule. Sexualerziehung, als Teil der Gesamterziehung, bedarf einer alters- und entwicklungsmäßigen, schrittweisen Anpassung an das Kind. Sexualpädagogik soll den Kindern und Jugendlichen helfen, ihre Sexualität im Leben bewusst und in freier Entscheidung sowie in Verantwortung für sich und andere gestalten. Es wird als ganzheitlicher Prozess verstanden, in dem neben Wissensvermittlung auch wertvermittelnde, persönlichkeitsbildende, verantwortungsvolle Kompetenzen für sich und seinen  Partner, an die Kinder und Jugendlichen weitergeben werden.

Sexualpädagogik soll dabei helfen, in Fragen der Sexualität

  • zunehmend Verantwortung für sich und andere zu übernehmen,
  • eine eigene Wertvorstellung zu entwickeln,
  • zu einem selbstbestimmten und selbstbewussten Umgang mit der eigenen Sexualität befähigen und
  • für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Partnerin oder dem Partner sensibilisieren.

Die Themen „Beziehung, Partnerschaft, Liebe und Sexualität“ einerseits und „Sexualerziehung als Gewaltprävention“ andererseits sind damit stärker in die Aus-, Fort- und Weiterbildung von Lehrpersonen sowie in der Schulentwicklung und schulischen Qualitätssicherung zu verankern.

Das Bundeszentrum für Sexualpädagogik (BZSP) ist, seit dem 1.11.2015, ein vom Bundesministerium für Bildung und Frauen (BMBF) beauftragtes Bundeszentrum an der PH Salzburg. Das BZSP ist ein Kompetenz- und Koordinationszentrum zur Professionalisierung von Lehrkräften an Schulen und zur Bereitstellung von Expertise im Bereich der Sexual- und Präventionspädagogik. Es orientiert sich dabei am Grundsatzerlass Sexualpädagogik (RS 11/2015) und an der Definition der Weltgesundheitsorganisation (2002) zum Thema „Sexuelle Gesundheit“ der WHO Standards.

Es wird eine Zusammenarbeit mit den österreichischen pädagogischen Hochschulen, schulpsychologischen Beratungsstellen, einschlägigen Landesinitiativen, Bundesinstituten und Universitäten, sowie mit nationalen und internationalen Einrichtungen im Fachbereich etc. angestrebt.

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Aufgaben und Inhaltliche Schwerpunkte des BZSP

Sexualpädagogik soll die Mündigkeit fördern, indem sie Kindern und Jugendlichen einen offenen und zugleich pädagogisch gestalteten Zugang zu wichtigen Wissen ermöglicht. Das vermittelte Wissen soll sie eigenverantwortlich handeln lassen und sie dazu befähigen im Bereich der Sexualität die personalen, partnerschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Zusammenhänge zu verstehen.

Sexualpädagogik hat somit alle Erfahrungsebenen anzusprechen, denn Sexualität wird durch viele Einflussbereich gelernt. Vor allem die Familie ist hinsichtlich sexueller Persönlichkeitsbildung bedeutsam, dann auch die Freundschaftsgruppe, die Intimbeziehung, die Angebote der Medienwelt und der Erziehungseinrichtungen. Sexualpädagogik orientiert sich aber auch an den Interessen des Kindes oder des Jugendlichen. Sie muss sich also auch mit den aktuellen Themen, Symbolen und der Sprache auseinandersetzen, sowie mit den auch nicht schönen Facetten der Sexualität, wie Missbrauch befassen.

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Die Aufgaben des BZSP sind folgendermaßen definiert:

  • Koordination von Aktivitäten und Maßnahmen im Bereich der Sexual- und Präventionspädagogik an österreichischen Pädagogischen Hochschulen mit dem Schwerpunkt Aus-, Fort- und Weiterbildung  
  • Professionalisierung von Pädagogen und Pädagoginnen an Schulen im Bereich von Sexual- und Präventionspädagogik
  • Durchführung berufsfeldbezogener Forschung im Bereich von Sexual- und Präventionspädagogik in Schule und Unterricht
  • Erarbeitung von Qualitätsstandards in den Bereichen Sexual- und Präventionspädagogik
  • Qualitätssicherung im Bereich von Sexual- und Präventionspädagogik und Einbindung des Themas Sexual- und Präventionspädagogik in schulqualitätssichernde Prozesse (SQA und QIBB)
  • Durchführung und die damit im Zusammenhang stehende personelle Bedeckung von Schul- und Unterrichtsentwicklung im Bereich von Sexual- und Präventionspädagogik
  • Organisation und Durchführung von einschlägigen Veranstaltungen im Bereich von Sexual- und Präventionspädagogik (Tagungen, Fortbildungen, Bundesseminare, …)
  • Abstimmung, Austausch und Nutzung von Synergien mit Initiativen und Schwerpunktsetzungen anderer Einrichtungen und Institutionen
  • Einschlägige Publikationen zum Thema
  • Sicherstellung des interdisziplinären Dialogs zwischen den Disziplinen Pädagogik, Psychologie, Soziologie, Unterrichtswissenschaft/Fachdidaktik, etc.  sowie entsprechendes nationales und internationales Wissensmanagement und Networking
  • Plattform zur Verbreitung von einschlägigen Informationen im Bereich von Sexual- und Präventionspädagogik

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Kontakt

Bundeszentrum für Sexualpädagogik

Pädagogische Hochschule Salzburg

Akademiestrasse 23

5020 Salzburg

 

0662/6388 - 3154 oder

0622/6388 - 2052