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Mittwoch, 28. Juni 2017 08:37 Alter: 30 Tage

Migration bildet

 

Im Rahmen des Gedenkjahres Salzburg.2016 – 200 Jahre Salzburg bei Österreich wurde an der Pädagogischen Hochschule Salzburg Stefan Zweig ein Projekt unter dem Titel „Migration.bildet“ durchgeführt.

Dazu wurde am 12. und 13. Mai 2016 eine internationale Fachtagung an der Pädagogischen Hochschule Salzburg Stefan Zweig in Kooperation des Kompetenzzentrums für Diversitätspädagogik (Leitung: Manfred Oberlechner) mit dem Kompetenzzentrum für Medienpädagogik (Christine Trültzsch-Wijnen) sowie der Université de Lorraine (Patrick Duval) und dem Land Salzburg durchgeführt. Internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler setzten sich aus unterschiedlichen fachlichen Perspektiven mit dem vielschichtigen Feld der Migration, Bildung und der Medien auseinander. Es ging darum, individuelle Bildungsprozesse durch Migrationserfahrungen in einem breiten Kontext verständlich zu machen sowie Schule und Bildung in unserer Migrationsgesellschaft international vergleichend zu analysieren. Außerdem wurde die Rolle der Medien in Migrationsprozessen und das Zusammenspiel von Medien und Migration kritisch hinterfragt: Zum einen ging es darum, welche Bedeutung unterschiedliche Medien für MigrantInnen haben, zum anderen wurde der Darstellung von Migration, MigrantInnen und Diversität nachgegangen.

Warum stand diese Tagung in Zusammenhang mit dem Gedenkjahr?  Weil Migration nicht bloß ein aktuelles Thema ist, sondern auch prägend für die Salzburger und Österreichische Geschichte war. Auch dies wurde bei der Tagung, an der über 100 Lehrerinnen und Lehrer, Hochschullehrende und Studierende teilgenommen haben, ausführlich erörtert. Besonderen Applaus erhielten die Studierenden der PH Salzburg Stefan Zweig, die unter der Leitung von Michaela Vidmar und Michael Ofenböck das „Exulantenlied“ des evangelischen Salzburger Glaubenskämpfers Josef Schaitberger vortrugen.

Anlässlich des Jubiläums der 200-jährigen Zugehörigkeit Salzburgs zu Österreich war der Veranstaltungsort nicht zufällig gewählt. Salzburg steht symbolisch für historische und aktuelle Migrationsbewegungen. Zur Zeit der ProtestantInnenvertreibungen mussten viele Salzburger Familien ihre Heimat verlassen und 1947, zur Zeit des jüdischen Exodus, war Salzburg eine Drehscheibe für große internationale Migrationsbewegungen, genauso wie heute, wo viele syrische Flüchtlinge über Salzburg nach Deutschland und in andere EU-Staaten fliehen. Außerdem ist der relative Anteil an Personen mit Migrationshintergrund in Salzburg deutlich höher als in der Bundeshauptstadt Wien. Dies gibt Anlass zu einer differenzierten und kritischen Selbstreflexion im Sinne von „Woher kommen wir?“, „Wer sind wir?, „Wohin gehen wir?“ und vor allem im Hinblick auf die Frage, wie uns verschiedenste historische und aktuelle Migrationsbewegungen prägen und geprägt haben.

Neben der Organisation und Durchführung dieser Tagung wurde als zweiter großer Meilenstein des Projektes ein internationaler Sammelband unter dem Titel „Migration bildet – Migration Educates“ erarbeitet, der nun im Nomos-Verlag veröffentlicht wurde. Dieser Band beschäftigt sich mit den vielfältigen Bezügen zwischen Migration, Bildung und Medien. Es werden Theorieansätze zur Erklärung internationaler Migration mit Theorien der Integration, Akkulturation bzw. Assimilation von MigrantInnen mit Theorien zur transnationalen Migration sowie unterschiedlichen Forschungs- und didaktischen Anwendungsfeldern zur Migrations- und Diversitätspädagogik verknüpft. Darüber hinaus liegt der Fokus auf der Rolle von Medien in Migrationsprozessen sowie dem Zusammenspiel von Medien und Migration. Hierbei geht es u.a. um die Frage der Darstellung von Migration, MigrantInnen und Diversität in den Medien. Auf diese Weise werden empirische und theoretische Ansätze zu Migration und Medien mit medienpädagogischen und mediendidaktischen sowie migrations- und diversitätspädagogischen Ansätzen und Anwendungsfeldern verknüpft.

Als HerausgeberInnen fungieren Prof. Dr. Manfred Oberlechner, Prof. Dr. Christine W. Trültzsch-Wijnen und Prof. Dr. Patrick Duval. Der Band enthält zudem Beiträge von Nancy Andrianne, Wolfgang Aschauer, Georg Auernheimer, Lea Braun, Jonas Christensen, Ricarda Drüeke, Elisabeth Klaus, Anita Moser, Sule Dursun, Helga Embacher, Sylvia Hahn, Birgit Heinrich, Gerhard Hetfleisch, Marc Hill, Mishela Ivanova, Haliemah Mocevic, Alois Nußbaumer, Manfred Oberlechner, Robert Obermair, Michael Offenboeck, Brigitta Pallauf, Lisa Rosen, Argyro Panagiotopoulou, Maximilian Sailer, Wassilios Baros, Brunhilde Scheuringer, Christine Trueltzsch-Wijnen, Elisabeth Vierthaler.

Der Band ist Teil der Reihe Medienpädagogik | Media Education, Band 3 (ISBN 978-3-8487-3327-9).